Derzeit gibt es in Deutschland keine anerkannte Ausbildung zum/zur Hundetrainer/in.

Die Organisationen und Firmen, die Hundetrainer ausbilden, schließen diese häufig mit einer zertifizierten Prüfung ab. Eine einheitliche Prüfung, die für alle Ausbildungsstätten gelten würde, gibt es hier nicht.

Hier klafft die Schere der Trainingsmethoden und der Wissensstand der zertifizierten Hundetrainer weit auseinander. Ein wünschenswertes Qualitätsmanagement ist nicht vorhanden und genau das macht es dem " normalen Hundehalter" schwierig, zu erkennen, wie gut oder wie schlecht die Trainingsmethoden des Trainers sind.

Von ausschließlich positiver Bestärkung über Hilfsmittel wie Halti, Sprühhalsbänder und weitere, erstreckt sich das Trainingsangebot bis hin zu wirklich gewaltsamen Vorgehensweisen, um einem Hund etwas beizubringen.

Aber welche Möglichkeit habe ich als Hundehalter, im Vorfeld zu klären, ob die angebotenen Trainingsmethoden für meinen Hund und mich richtig sind?

Natürlich sollte zwischen Halter und Trainer eine Vertrauensbasis herrschen. Unsere Hunde sind immer ehrlich.
Sicherlich hast Du es selbst schon öfters bemerkt, dass Dein Hund jemanden zurückhaltend beobachtet, vielleicht sogar meidet oder anknurrt, während er auf andere Personen entspannt und freudig zugeht. Nimmt der Hund von sich aus Kontakt zu seinem zukünftigen Trainer auf oder reagiert auf den Kontaktversuch des Trainer angstfrei und positiv, ist eine gute Grundlage vorhanden.

Auf der Grundlage der modernen Verhaltensforschung und dem Lernverhalten unserer Haushunde, sollte ein Training ausschließlich auf der Basis der positiven Bestärkung ( Spiel & Leckerli) aufgebaut werden.

Bei ängstlichen oder aggressiven Hunden nutzt man die positive Bestärkung für eine sogenannte Interessensverlagerung. Das heißt: Wenn ein Hund z.B. aggressiv gegen andere Artgenossen vorprescht, erhöhe ich die Distanz zwischen den Hunden und lenke durch geschicktes Führen meines Hundes den Blick von dem anderen Hund ab. Wenn ich nur für einen minimalen Moment die Aufmerksamkeit meines Hundes auf mich gelenkt habe, erhält er dafür eine Belohnung ( Spiel / Futter ). Für den Hund ist die Zuneigung seines Menschen von großer Bedeutung. Der Hundehalter sollte immer der wichtigste Sozialpartner des Hundes sein.  Der Hundebesitzer bietet dem Hund in der Konfliktsituation mit dem Artgenossen ein alternatives Verhalten und positives Gefühl an. Hieraus erfährt der Hund Rudelzusammenhalt, was für ihn Sicherheit bedeutet. Nach dem Prinzip "Gemeinsam sind wir stark", kann der Hund nun Jogger, Fahrradfaher, Artgenossen und alles, was ihn sonst noch ärgert, friedlich seiner Wege ziehen lassen.

An diesem kleinen Beispiel ist gut zu erkennen, dass selbst bei einem aggressiven / ängstlichen Hund das positive Hundetraining funktioniert. Einen angstaggressiven Hund mit Druck oder gar Zwang zu trainieren, würde vorübergehend zwar die Aggression eindämmen, die später aber umso mehr wieder aufflammt.

Vielleicht fragst Du Dich nun: gibt es keine Situationen, in denen ich meinen Hund bestrafen sollte?

Jegliche Gewalt hat in einer Hundeerziehung nichts zu suchen. Auch ist das Anwenden von Hilfsmitteln wie die verschiedesten Modelle von Halsbändern, über Würge- bis Stachelhalsbänder nur von kurzer Dauer und somit ebenso sinnlos. Es bereitet unserem Hund Schmerzen und so wie er unser Lob versteht, versteht er auch, dass wir es sind, die ihm Schmerzen bereiten. Würde ich diese Trainingsmethoden anwenden, verliere ich mit Sicherheit das Vertauen meines Hundes und weitere Probleme im alltäglichen Umgang sind vorprogrammiert.

Wenn sich überhaupt die Frage nach einer Bestrafung als Trainingsmethode stellt, dann ist es nur diese, dass der Hund für eine unzureichende ausgeführte Aufgabe während des Trainings, die erwartete Belohnung nicht erhält.

Wenn ein Hund eine Übung nicht korrekt ausführt, liegt es nicht daran, dass ich es noch viele Male mit dem Hund üben muss, sondern daran, dass er die Übung nicht verstanden hat. In diesem Falle liegt es an der Kreativität des Trainers, sofort die Übung so zu verändern, dass der Hund sie mit Spaß und Leichtigkeit ausführen kann. Erst, wenn eine Übung gut ausgeführt wird, sollte sie durch Wiederholungen gefestigt werden. ( Generalisieren )


Ein guter Hundetainer zeichnet sich durch ein umfassendes Wissen im Bereich der Verhaltesbiologie, den Ausdrucksreaktionen und dem Lernverhalten eines Hundes aus. Das Training mit dem Hund fordert vom Trainer Einfühlungsvermögen und Kreativität.

Wir haben für Dich eine kleine Checkliste mit Fragen und Antworten zusammengestellt, die Dir bei der Auswahl der richtigen Hundeschule hilft.

Checkliste download


Es ist unsere Pflicht als Hundehalter, unserem Hund ein Lebensumfeld zu schaffen, indem der Hund sich beschützt
und versorgt fühlt. Ist dies erfüllt, wird unser Hund uns aus Überzeugung folgen.
Dann brauchen wir keine Leinen oder andere Hilfsmittel.

Dein Canis Fidus Team

 

 

 

 

 

 

 

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